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Kompetenznetz KOKON

Hitzewallungen (Klimakterisches Syndrom)

# Einleitung

Das klimakterische Syndrom umfasst

  • das vegetative Syndrom (Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schwindel, Kopfschmerzen, Tachykardien etc.),

  • das psychische Syndrom (Schlafstörungen, Stimmungsveränderungen, Konzentrationsschwäche, Libidoverlust etc.) und

  • das organische, klimakterische Syndrom (Organinvolution, Stoffwechselveränderungen, oft mit der Folge von Trockenheit der Schleimhäute und Gelenkbeschwerden etc.).

Bei prä- und perimenopausalen Patientinnen werden diese Beschwerden i.d.R. durch die Toxizität der Chemotherapie ausgelöst, die zur Einstellung der hormonellen Aktivität der Ovarien führt bzw. bei perimenopausalen Patientinnen durch das Absetzen einer Hormonersatztherapie im Zuge der Diagnosestellung. Bei allen Patientinnen kann die Jahre empfohlene, systemische endokrine Therapie mit Aromatasehemmern oder Tamoxifen, z.T. in Kombination mit einem GnRH-Analogon, zu oft sehr ausgeprägten Symptomen und Beschwerden führen. Ein Teil der Patientinnen erlebt diese als so schwerwiegend, dass sie die endokrine Therapie abbrechen. Die Behandlung des klimakterischen Syndroms erfolgt symptomorientiert. Eine Hormontherapie nach Brustkrebs ist kontraindiziert, insbesondere bei Patientinnen mit hormonrezeptorpositiven Tumoren und damit der Mehrzahl der Patientinnen. Die meisten Patientinnen suchen nach nicht-pharmakologischen und/oder komplementärmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten.

# Wissen aus klinischen Studien

Die Auswertung der klinischen Studien zu den einzelnen Verfahren ergibt folgendes Bild:

Die Studienergebnisse waren widersprüchlich oder nicht aussagefähig für: Cimicifuga racemosa (Traubensilberkerze), Rotklee und Akupunktur.

Darüber hinaus hat die Wissensdatenbank keine zusätzlichen Leitlinien, Übersichtsarbeiten oder Studien zu diesem Thema ausgewertet

# Aussagen in deutschsprachigen Leitlinien

S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen (Version 2.0, 2024)

  • Akupunktur kann zur Reduktion von Hitzewallungen bei onkologischen Patientinnen und Patienten erwogen werden.

  • Mindfulness-based Stress Reduction (MBSR) kann zur Senkung therapieassoziierter menopausaler Symptome bei Patientinnen mit Brustkrebs oder anderen gynäkologischen Tumoren erwogen werden.

  • Yoga kann zur Senkung therapieassoziierter menopausaler Symptome bei Brustkrebspatientinnen nach onkologischer Therapie erwogen werden.

  • Cimicifuga racemosa kann zur Senkung menopausaler Symptome wie Hitzewallungen bei Brustkrebspatientinnen erwogen werden.

  • Vitamin E soll nicht zur Verbesserung von Hitzewallungen bei Brustkrebspatientinnen empfohlen werden.

  • Isoflavone sollen nicht zur Reduktion menopausaler Symptome bei Brustkrebs empfohlen werden. Dies bezieht sich auf Isoflavone als Supplement und nicht auf Soja als Lebensmittel im Rahmen der normalen Ernährung.

Interdisziplinäre S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms (Version 5.0, 2025)

Die S3-Leitlinie Mammakarzinom nennt das klimakterische Syndrom (einschließlich vasomotorischer und vulvovaginaler Symptome) als relevante therapieassoziierte Nebenwirkung bzw. Langzeitfolge bei Patientinnen mit Brustkrebs.

Die Leitlinie verweist für die Behandlung dieser therapieassoziierten Nebenwirkungen auf die S3-Querschnittleitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen.

S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen (Version 2.0, 2025)

Die Leitlinie führt therapieassoziierte Nebenwirkungen und Langzeitfolgen unter endokriner Therapie auf. Konkrete Empfehlungen zur Behandlung von Hitzewallungen und anderen menopausalen Symptomen werden in der Leitlinie nicht detailliert ausgeführt.