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Kompetenznetz KOKON

Atemnot

# Einleitung

Atemnot ist, nach der S3 Leitlinie „Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung" (2020), eine der häufigsten und belastendsten Symptome bei Krebserkrankungen. Dabei versteht man Atemnot als eine subjektive Erfahrung einer unangenehmen Atmung mit schwankender Ausprägung und psychischen, physischen sowie sozialen Auswirkungen. Auch für die Angehörigen wird die Atemnot des Patienten als sehr belastend wahrgenommen.

Es existiert zudem eine enge Wechselwirkung zwischen Angst und Atemnot, da jeweils das eine Symptom das andere verursachen bzw. verstärken kann.

# Wissen aus klinischen Studien

Die Auswertung der klinischen Studien zu den einzelnen Verfahren ergibt folgendes Bild: 

  • Anhaltspunkt für die Wirksamkeit von Kinesiologie Tape kombiniert mit Massagen in der Behandlung der Atemnot bei Tumorerkrankungen.

  • Die Studienergebnisse waren widersprüchlich oder nicht aussagefähig für: Akupunktur

# Aussagen in deutschsprachigen Leitlinien

Die S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung"(2020) hat dem Thema "Atemnot" ein ausführliches Kapitel gewidmet.

Als nicht-medikamentöse Therapien werden u.a. empfohlen:

  • Bei Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und Atemnot sollen nichtmedikamentöse Allgemeinmaßnahmen zur Linderung von Atemnot angewendet werden, z. B. Aufklärung über das Symptom Atemnot, Beruhigung/Entspannung, Atemübungen oder Kühlung des Gesichts

  • Ein auf das Gesicht gerichteter kühler Luftzug (z. B. hervorgerufen durch einen Handventilator) sollte zur symptomatischen Linderung von Atemnot bei Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und Atemnot eingesetzt werden.

  • Ein Rollator und andere Gehhilfen sollten zur Unterstützung der Mobilität und zur Linderung von Atemnot bei Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und Atemnot eingesetzt werden

Als medikamentöse Therapien werden u. a. empfohlen:

  • Bei Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und Atemnot sollen orale oder parenterale Opioide zur symptomatischen Linderung von Atemnot eingesetzt werden.

  • Bei einer Niereninsuffizienz und Zunahme der Nebenwirkungen sollte die Dosis bzw. die Wahl des Opioids anhand der klinischen Situation und dem Schweregrad der Niereninsuffizienz angepasst werden.

  • Benzodiazepine können zur Linderung von Atemnot eingesetzt werden, wenn die Behandlung mit Opioiden nicht wirksam ist, oder in Kombination mit Opioiden, insbesondere bei Patienten in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium oder in der Sterbephase.

  • Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung können mit Steroiden zur Linderung von Atemnot behandelt werden.

S3-Leitlinie der AWMF zur Komplementärmedizin (2024) spricht keine eigene Empfehlung zu Atemnot/Dyspnoe aus.