Hintergrund
Boswellia (Weihrauch) und seine Arten wachsen als Bäume in Asien und Afrika. Medizinische Trockenextrakte verschiedener Boswelliabäume werden als Phytopharmazeutika zur oralen Anwendung gehandelt. Boswelliaextrakte sollen entzündliche Prozesse hemmen und wirksam gegen Tumore sowie perifokale Ödeme bei Hirntumorpatienten sein.
Ergebnisse aus in-vitro Untersuchungen zeigen antiinflammatorische und antiproliferative Effekte von Boswelliasäuren.
Wirksamkeit
Zum Einsatz in der onkologischen Supportivtherapie gibt es Ergebnisse aus Interventionsstudien zu folgenden Indikationen:
Perifokales Hirnödem: Die Ergebnisse aus zwei klinischen Studien und zwei Beobachtungsstudien (Fallreihen) geben zwar Anhaltspunkte für günstige Effekte von Boswelliaextrakten auf das perifokale Hirnödem, allerdings ist die Evidenz noch als gering zu betrachten. Demnach können noch keine gesicherten Aussagen über die Wirkungen von oral eingenommenen Boswelliasäuren oder Boswelliaextrakten bei Hirntumoren beim Menschen getroffen werden.
Strahleninduzierte Dermatitis: Aktuell ist keine gesicherte Aussage zur Wirksamkeit von Boswellia möglich. Die kleine Studie mit Limitationen ist in englisher Sprache in der unten stehenden Monographie ausführlich beschrieben.
Eine genaue Darstellung und Bewertung der Ergebnisse der ausgewerteten Studien findet sich in englischer Sprache auf dem Portal von CAM-Cancer (2021) verfügbar ist.
Aussagen in Leitlinien
Die Leitlinie der AWMF zur Komplementärmedizin (2024) schreibt: "Boswellia serrata kann ergänzend zur leitliniengerechten antiödematösen Therapie mit dem Ziel der Verminderung des zerebralen Ödems bei Patienten mit Hirntumoren erwogen werden." Zur radiogenen Dermatitis "kann aufgrund unzureichender Daten keine Empfehlung für oder gegen..." den Einsatz gegeben werden. Die Leitlinie zur Supportivtherapie bei onkologischen Patient*innen (2025) gibt aufgrund nicht ausreichender Daten keine Empfehlung für oder gegen Boswellia beim perifokalen Hirnödem.
Sicherheit
Pharmakokinetische Untersuchungen geben Anhaltspunkte dafür, dass Boswelliasäuren inhibierende Wirkungen auf Cytochrom P450 Isoenzyme und P-Glykoprotein haben. Sie lassen aber noch keine Abschätzung des tatsächlichen Risikos für Arzneimittelinteraktionen beim Menschen zu.
Literatur
Die entsprechenden Literaturstellen finden Sie auf dem Portal von CAM-Cancer (2021).